Erlernen von Sprache & Ausdrucksweise

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Wie Rollenspiele die kindliche Entwicklung fördern

Spielen bedeutet Lernen. Wenn ein Kind eine Puppe bemuttert oder einen imaginären Kuchen backt, lernt es spielerisch sich in der Welt der Erwachsenen zurechtzufinden. Rollenspiele machen den Kindern nicht nur ungemein Spaß, sie schulen außerdem die Sprachfähigkeit und die Kreativität. Weitere gute Gründe, sich ein bisschen näher mit dem Thema Rollenspiel auseinanderzusetzen, zeigt der folgende Artikel.

 Ab welchem Alter sich Rollenspiele eignen

Ungefähr im Alter von zwei Jahren fangen Kinder an, sich für Rollenspiele zu interessieren und ahmen Personen sowie Alltagshandlungen nach. Zu Beginn sind die Rollenspiele noch eher einfach gestrickt, mit zunehmendem Alter steigt jedoch die Komplexität der Handlungen an.

Vor allem, da das Kind von nun an nicht mehr nur alleine spielt, sondern auch noch andere einlädt, mitzumachen. Im Kindergartenalter können sich Kinder so oft stundenlang mit Rollenspielen beschäftigen ohne dabei auch nur den Funken von Langeweile zu empfinden.

Der tiefere Sinn hinter Rollenspielen

Meist spielen Kinder Situationen aus dem Alltag nach, die sie besonders beschäftigen – beispielsweise ein unangenehmer Arztbesuch, wenn jemand aus dem Umfeld krank ist. Dadurch werden Erlebnisse verarbeitet und Ängste abgebaut.

Versetzt sich ein Kind in die Rolle eines Hundes, kann ihm das helfen, die Angst vor den Vierbeinern zu überwinden. Außerdem kann ein Kind im Rollenspiel innere Konflikte ausleben. Wenn es zum Beispiel keine Schimpfworte verwenden darf, lässt das Kind einfach eine Puppe diese Wörter sagen, um auszuloten, wie weit es gehen darf. Gleichzeitig kann es als Puppenmama gleich darauf reagieren, indem es mit der Puppe schimpft. 

Welche Fähigkeiten fördern Rollenspiele?

Kinder simulieren durch Rollenspiele Erfahrungen aus der „Welt der Erwachsenen“ und setzen sich damit auseinander. Das machen sie allerdings nicht nur zum Spaß. Rollenspiele sind eine sinnvolle Beschäftigung, die das Sozialverhalten der Kleinen auf unterschiedliche Art und Weise fördern:

  • Kinder müssen sich in Rollenspielen untereinander absprechen und sich beispielsweise auf die Rollenverteilung und den Handlungsverlauf einigen. Das fördert das Durchsetzungsvermögen und die Kompromissbereitschaft.
  • Im Rollenspiel lernen Kinder, Regeln einzuhalten. Im Laufe des Spiels verstehen sie, wozu Regeln gut sind und es fällt ihnen dadurch leichter, diese zu befolgen.
  • Kinder lernen sich in andere hineinzufühlen.
  • Das Rollenspiel hilft Kindern zudem, ihre Sprach- und Ausdrucksfähigkeit zu entwickeln.

Vor allem der letzte Punkt ist von besonderer Bedeutung: Kinder üben aktiv zu sprechen, lernen durch die Kommunikation mit anderen neue Wörter kennen und können sich dadurch selbst immer besser ausdrücken beziehungsweise andere besser verstehen. Sie müssen lernen, ihre Ideen einzubringen und Wünsche so zu äußern, dass andere Kinder sie verstehen.

Eltern, die ihre Kinder bei Rollenspielen beobachten, können sich dadurch ein Bild machen, auf welchem Stand die Sprache ihres Kindes ist und können die Sprachfähigkeit außerdem gezielt trainieren.

Die richtigen Rahmenbedingungen schaffen

Das Rollenspiel kann so gut wie überall durchgeführt werden. Kinder haben so viel Fantasie, dass sie sich auch ohne viele Requisiten beschäftigen können. Allerdings schadet es nicht, wenn sie ausreichend Platz zur Verfügung haben, oder die Möglichkeit haben, sich zu verkleiden, um sich mehr in ihre Rolle einfühlen zu können.

Perfekte Requisiten braucht es nicht, diese könnten sogar die Kreativität der Kinder blockieren. Ein paar Kartons, Kissen, Decken, Stofftiere oder ausrangierte Handys und Fotoapparate sind jedoch vielseitig einsetzbar und bei den Kindern so gut wie immer willkommen.

Was sich zudem besonders gut eignet, um die Sprache und Ausdrucksweise der Kinder zu trainieren, ist zum Beispiel das Spielen mit einem Kaufmannsladen. In der Rolle des Verkäufers gilt es die Produkte zu kennen und mit den Kunden Dialoge zu führen. Auch eine Spielküche fördert die soziale Interaktion und erlaubt Kindern in die Rolle der Mutter zu schlüpfen.

An der Art, wie gut das Kind Gehörtes aufnehmen und darauf reagieren kann, lässt sich vieles über seine sprachliche Entwicklung ablesen. Defizite können so schnell erkannt und gefördert werden.

Tipps für Eltern bei Rollenspielen

Kinder freuen sich besonders über gemeinsame Spielzeit mit den Eltern. Das gilt auch für Rollenspiele. Sollte das Kind nicht von sich aus zum Mitspielen animieren, empfiehlt es sich, sich aktiv in das Spielgeschehen einzubringen.

Zugegeben, auf allen Vieren durch die Wohnung zu krabbeln und dabei einen Hund zu imitieren ist nicht jedermanns Sache. Im Spiel die Rolle mit dem Kind zu tauschen, kann aber sehr aufschlussreich für das eigene Erziehungsverhalten sein, denn Kindern spielen gerne das nach was sie selber Erleben und nicht selten erkennen Eltern, dass sie mit ihrem Verhalten das Kind kränken.

Außerdem sollten Eltern ihre Kinder beim Spielen mit Freunden beobachten. Es kann nämlich durchaus sein, dass Verletzungsgefahr besteht (vor allem bei Arztspielen) oder dass ein Kind psychisch unter Druck gesetzt wird. In solchen Fällen sollten Eltern unbedingt eingreifen.

Fazit

Rollenspiele sind eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Kinder, da sie dadurch ihr kreatives Potenzial entfalten können, das bei ihnen reichlich vorhanden ist. Außerdem fördert das Schlüpfen in verschiedene Rollen die Sprachentwicklung und die sozialen Fähigkeiten des Kindes. Erwachsene sollten darauf aufpassen, dass sich niemand verletzt, oder auch einmal selbst mitspielen. Die Kinder freut es und auch für die Eltern kann es schön sein, die Welt mal wieder durch Kinderaugen zu sehen.

Christoph Neuhold

Autorenname: Christoph Neuhold

Position: Projektmanagement/Marketing

Christoph Neuhold ist beim Münchner Übersetzungsbüro Translate Trade neben dem Projekt- und Qualitätsmanagement, auch für das Marketing verantwortlich. Diesbezüglich vertritt er die Interessen des Unternehmens unter anderem auf Fachmessen und Verkaufsveranstaltungen.

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