Das große „Oma und Opa – Spezial“

oma und opa

Nicht nur Eltern spielen im Leben der Kinder eine wichtige Rolle, auch Oma und Opa gehören zu den engsten Bezugspersonen der Kleinen. Für Großeltern verändert sich mit der Geburt des Enkelkindes einiges. In unserem Special erfahrt ihr alles Wichtige über Oma und Opa. 

Ihr werdet Großeltern!

Könnt ihr euch noch daran erinnern, wie ihr euren Eltern/Schwiegereltern die tolle Nachricht übermittelt habt? Ich weiß noch genau, wie ich bei meiner Mama auf der Couch lag, Tee getrunken habe und ihr dann, während sie gebügelt hat, einfach schnell gesagt hab: „Mama, ich bin schwanger!“ Ich hätte das Gesicht meiner Mutter fotografieren sollen. Es war ja eigentlich nicht so geplant. 🙂 Nach dem ersten Schockmoment, war sie Feuer und Flamme und die Erste, die für das Baby einkaufen gerannt ist, was sich bis heute nicht verändert hat.

Die Rollen ändern sich

Während wir Kinder auf einmal zu Eltern werden und Kinder bekommen, werden aus unseren Eltern Großeltern. Oft kommt man mit dieser Rollenverteilung nicht sofort zurecht, das macht aber nichts, immerhin dauert eine Schwangerschaft neun Monate und in dieser Zeit hat man lange genug die Möglichkeit sich an seine neue Rolle zu gewöhnen. Mit jedem Ultraschall und jeder Berührung am Bauch wächst die neue Verantwortung mit. Spätestens wenn dann der kleine Wurm auf die Welt kommt und in den Armen liegt, sind auch die letzen Zweifel vergessen.

Oma und Opa dürfen die Kinder verwöhnen

Großeltern werden ist die schönste Herausforderung, die auf einen zu kommt. Anders als Eltern, hat man bei den Enkeln neue Möglichkeiten und Aufgaben. Während man als Eltern erziehen muss, können Großeltern die Kinder auch in vollem Maß verwöhnen. Außerdem hat man als Oma und Opa mehr Zeit für die Enkel, denn während Eltern nebenbei den Haushalt schmeißen, genießen Großeltern die Kleinen jede Sekunde und lassen alles andere stehen und liegen. Durch Erfahrung und Alter sind Oma und Opa auch viel gelassener als es die Eltern sind. Opa krabbelt am Boden und Oma sieht die gesunde Ernährung auch nicht mehr ganz so streng wie bei den eigenen Kindern und verwöhnt mit Gummibären und Schokolade. Es ist eben etwas anderes, wenn man die Liebe zu einem Kind empfinden kann, ohne die große Verantwortung tragen zu müssen. Das ist der größte Vorteil am Großeltern sein. Und keine Angst, Kinder gewöhnen sich schnell und akzeptieren auch, dass zu Hause andere Regeln gelten wie bei Oma und Opa.

Konflikte immer sofort lösen:

Sollte es nicht klappen und es entstehen Konflikte, sind diese gleich zu lösen. Großeltern mischen sich zu sehr ein oder geben ständig nur gut gemeinte Ratschläge? Man hat andere Ansichten in der Erziehung, denn schließlich hat man das eigene Kind anders aufgezogen als heutzutage? In solchen Fällen sollte man sofort das gemeinsame Gespräch suchen. Mit Offenheit und Respekt lassen sich ganz schnell Lösungen finden, denn schließlich wollen beide Parteien nur eins: Das Beste für das Kind. Manchmal spitzt sich die Situation aber so zu, dass es zwischen Eltern und Großeltern wirklich ernstlich kriselt. Das könnt ihr tun, um sich ein gutes Verhältnis zu den Eltern/Schwiegereltern zu bewahren:

  • Miteinander reden: Sofort über Unstimmigkeiten reden, auch wenn es noch so harmlos scheint. Probleme, die nicht angesprochen und hinuntergeschluckt werden können sich oft ansammeln und bringen dann irgendwann das Fass zum Überlaufen.
  • Streitkultur entwickeln: Bei Streit und Diskussionen ist es immer wichtig sachlich zu bleiben. Das ist zwar nicht immer einfach, aber jemandem nur Vorwürfe zu machen bringt nichts. Es ist wichtig zu sagen was man fühlt und seinen Gegenüber um Verständnis zu bitten.
  • Absprachen treffen: So löst man Probleme wenn die Vorstellungen zwischen Eltern und Großeltern auseinander gehen. Seid ihr zum Beispiel komplett gegen Schokolade und bei Oma und Opa isst das Kind nichts anderes müsst ihr ansprechen was erlaubt ist und was nicht. Diese Regelung sollte dann auf Vertrauen beruhen.
  • Kompromisse eingehen Sie sind in allen Beziehungen manchmal unumgänglich Ein bisschen entgegenkommen auf der einen Seite, dafür ein bisschen nachgeben auf der anderen Seite und schon sind einige Konflikte gleich mal entschärft.
  • Konkurrenzkämpfe vermeiden: Eure Eltern haben mehr Zeit? Die Schwiegereltern mehr Geld? Kein Grund eifersüchtig zu sein und Liebeskämpfe zu veranstalten. Die Nummer eins im Herzen eurer Kinder werdet immer ihr sein.
  • Verständnis zeigen: Für euch ist es selbstverständlich trotz Kleinkind wieder ins Berufsleben zurückzukehren? Für eure Mutter war es vielleicht genauso selbstverständlich ihren Job aufzugeben. Früher war einiges anders als jetzt, darum sollten beide Parteien die andere verstehen. Wenn ihr jetzt zurück blickt, gibt es sicher einiges, das eure Eltern genau richtig gemacht haben. Jetzt könnt ihr vielleicht auch Dinge nachvollziehen, für die ihr früher kein Verständnis hattet.  Mir zum Beispiel wird jetzt schon himmelangst wenn meine Tochter das erste mal abends ausgehen möchte. Früher dachte ich mir aber, warum verbietet meine Mutter mir das jetzt? Heute kann ich sie verstehen. Nehmt auch gerne mal einen Ratschlag an. Großeltern wissen viel aus der Zeit mit euch.

Oma und Opa – wichtig für das Kind

Sie sind und bleiben unersätzlich, spielen in alle Geduld mit den Enkeln, sind Kummerkasten, Geschichtenerzähler, stehen den Eltern zur Seite, betreuen die Kinder und geben gerne auch so manche Finanzspritze.

Großeltern können Zeit investieren:

Wenn beide Eltern arbeiten gehen (wollen), stellt sich oft die Frage wer in dieser Zeit die Betreuung für das Kind übernimmt bis der Kindergarten losgeht. Viele wollen die Aufsicht nicht in fremde Hände geben und sind froh wenn sie auf Oma und Opa zurückgreifen können. Vor allem Alleinerziehende, die ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Großeltern sind nicht nur wegen ihrer großen Bereitwilligkeit, sondern auch weil die Kinder sie lieben die perfekten Babysitter.  Selbst wenn Oma und Opa noch arbeiten müssen, widmen sie dann eben die Freizeit für ihre Enkel. So haben auch Eltern mal Zeit für sich oder einen entspannten Wocheneinkauf. Endlich können unsere Eltern das nachholen was sie bei uns eventuell verpasst haben.

Grenzenlose Geduld

Das neue Buch hat acht Seiten und meistens müssen diese mindestens dreimal gelesen werden. Während Mama und Papa irgendwann mal sagen nein jetzt ist Schluss, sind Großeltern unermüdlich und können keinen Wunsch abschlagen. Keine Hektik, kein Termindruck. Oma und Opa haben viel mehr Geduld und lassen sich weniger stressen. Für Kinder ist das etwas besonderes und sie fühlen sich geborgen.

Großer Erfahrungsschatz

Die erste Erkältung, das erste Zähnchen, schlaflose Nächte. Es gibt fast nichts was Oma und Opa nicht erlebt haben. Wenn ich irgendwann an einen Punkt komme, an dem ich nicht weiter weiß, rufe ich als erstes meine Mama an. Sie gibt mir Ratschläge, Sicherheit und die Bestätigung richtig zu handeln. Klar denke ich mir auch manchmal: Mama, das weiß ich selber, aber zum größten Teil profitiere ich von ihrer Erfahrung.

Zufluchtstelle bei Konflikten

Ich kann mich noch als Kind an meinen „Notfall-Koffer“ erinnern. Es war ein oranger Rucksack und drin waren mein Schlafanzug, eine Unterhose und ein Teddy. Den hab ich gepackt, damit ich zu Oma und Opa gehen kann, wenn meine Eltern gemein waren. Die waren nur zwei Minuten Fußweg entfernt und haben mich immer verstanden. Dieser Anlaufpunkt ist ganz wichtig für Kinder. Sie wissen wo sie hingehen können, wenn die Eltern mal wieder schwierig werden :). Eltern sehen sich manchmal verpflichtet streng zu werden, während Oma und Opa sich hinter ihr Enkelkind stellen können und so zu Vermittlern werden.  Oft profitieren Eltern und Kinder davon, wenn jemand da ist, der die Wogen glättet. Dann ist es leichter sachlich über ein Problem zu sprechen.

Erinnerungen an die Vergangenheit

Wie war das eigentlich, als es noch keine Handys, Tablets und sonstiges gab? Was ist eigentlich ein Tante-Emma-Laden? Solche Geschichten interessieren die Kinder. Sie können sich diese Welt heutzutage gar nicht mehr vorstellen. Die Enkel lernen viel vom Leben und den Erfahrungen, die ihre Großeltern gemacht haben. Vor allem aber auch Dinge über die Kindheit der Eltern: „Stimmt es, dass Mama immer so brav war wie sie sagt?“  „War Papa wirklich so fleißig in der Schule?“ Diese Sachen zu wissen ist wichtig für Kinder denn so erkennen sie ihre Wurzeln.

Alles in allem sollten wir froh sein, dass wir Großeltern haben. Sie tun uns gut und den Kindern. Sie haben uns großgezogen und wunderbare Menschen aus uns gemacht. Würde es sie nicht geben, hätten wir auch unsere Kinder nicht.