24 – Weihnachtsgeschichte

Im Heiligen Land gibt es einen Ort mit Namen Nazareth, wo vor etwa 2000 Jahren Maria und Josef lebten. Eines Tages erschien ein Reiter des Kaisers Augustus, um dessen Befehl zu verkünden: Alle Menschen, die in seinem riesigen Reich wohnten, sollten gezählt werden. Dazu musste jeder in die Stadt gehen, aus der seine Familie stammte. Die Vorfahren von Maria und Josef kamen aus Bethlehem, und so machten sich die beiden auf den Weg dorthin. Sie hatten eine lange Wanderung vor sich. Maria und Josef besaßen keinen Wagen und kein Pferd, nur einen kleinen Esel, auf dem Maria ritt. Für sie war der Weg besonders beschwerlich, denn sie erwartete bald ein Kind.Viele Tage waren sie unterwegs. Endlich erreichten sie müde und erschöpft Bethlehem. Die Stadt war voller Menschen, die sich ebenfalls zählen lassen mussten. Dichtes Gedränge herrschte überall, und in allen Herbergen, in denen Josef nach einem Zimmer fragte, bekam er die gleiche Antwort: „Wir haben keinen Platz mehr, es ist alles voll!“ – Wo sollten sie bleiben?

Ratlos und bekümmert zogen sie aus Bethlehem hinaus. Josef machte sich große Sorgen um Maria, und er war
traurig, dass sie keinen Platz zum Schlafen hatten finden können. Bedrückt gingen sie langsam weiter. Nach
einiger Zeit kamen sie zu einem Stall. Er war warm und trocken, es duftete nach frischem Heu. Hier konnten
Maria und Josef bleiben, und sie waren zufrieden mit ihrer einfachen Herberge. Und hier kam das Jesuskind in der Nacht zur Welt. Maria nahm es in ihre Arme, wickelte es in warme Tücher und legte es in die Krippe. Glücklich betrachteten Maria und Josef das Kind. Ganz in der Nähe wachten Hirten über ihre Herden. Die Schafe schliefen. Die Nacht war kalt, und die Männer saßen am wärmenden Feuer.

Plötzlich erleuchtete der dunkle Nachthimmel strahlend hell, und wundersamer Gesang ertönte. Die Hirten starren zum Himmel. In dem funkelnden Lichterschein sahen sie einen Engel. Die Hirten erschraken und fielen auf die Knie. Doch der Engel sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, ich bringe euch eine frohe Botschaft. In dieser Nacht wurde Jesus, der Sohn Gottes, geboren. Gott hat seinen Sohn gesandt, um allen Menschen seine Liebe zu zeigen. Das Kind liegt in einer Krippe in einem Stall, nicht weit von hier.“ Nachdem die Hirten diese Botschaft gehört hatten, fielen sie einander vor Freude in die Arme. Sie wollten das Jesuskind sehen, vor ihm niederknien und zu ihm beten. Eilig machten sie sich auf den Weg zum Stall. Dabei folgten sie dem leuchtenden Stern.