6 – Nikolaus

Heute ist der 6. Dezember, also Nikolaustag! Doch woher kommt eigentlich dieser Nikolaus-Brauch?

NikolausbildFest steht: Der Brauch am Nikolaustag reicht weit zurück in die Vergangenheit. Schon seit dem 16. Jahrhundert überbringt Sankt Nikolaus den Kindern in Europa am 6. Dezember Geschenke. Das Fest geht auf den Todestag des Bischofs Nikolaus von Myra zurück. Auch heute noch wird der Nikolaustag zum Andenken an Bischof Nikolaus gefeiert und kündigt als Vorbote das Weihnachtsfest an.
Der bekannteste Brauch zum Nikolaustag ist der, dass die Kinder ihre geputzten Schuhe oder auch Strümpfe am Vorabend des 6. Dezembers ans Fenster oder vor die Tür stellen und der Nikolaus diese über Nacht mit Süßigkeiten, Nüssen, Mandarinen, Lebkuchen und kleinen Geschenken füllt. Daneben stellt man noch einen Teller mit Plätzchen und ein Glas Milch, damit sich der Nikolaus stärken kann. Schon in einem alten Vers heißt es: “Sankt Nikolaus, leg mir ein, was dein guter Wille mag sein. Apfel, Nuss und Mandelkerne essen alle Kinder gerne.“ Während es in den Großstädten zumeist mit diesem Brauch endet, gibt es im ländlichen Gebiet noch eine Draufgabe. Dort kommt der Nikolaus von Haus zu Haus und besucht die Kinder.

Meist lädt man hierzu Oma und Opa und ein paar befreundete Familien mit kleinen Kindern ein. Man sitzt gemütlich zusammen, bei Kaffee, Tee, Kakao und Plätzchen und macht gemeinsam mit den Kindern Spiele oder bastelt etwas zusammen. Dann singt man gemeinsam Nikolaus-Lieder, damit der Nikolaus kommen kann. Auf einmal pocht es laut an der Tür – es wird doch nicht der Nikolaus sein. Eines der Elternteile öffnet die Türe, während drinnen die Kinder gespannt warten – welch eine Stille im Raum. Dann geht die Türe auf und der Nikolaus und sein Begleiter treten ein. Die Kinder schauen die beiden mit großen Augen an. Der Nikolaus war schon immer eine große und stattliche Person und sah mit seinem weiten Umhang, der Bischofsmütze und dem weißen Bart unglaublich beeindruckend aus. Und er hatte meist einen dabei, vor dem musste man sich fürchten. Das war so einer mit einem geschwärzten Gesicht, er hat zerrissene und schmutzige Kleidung am Leib, ist in Ketten gelegt und hat eine große Rute für die bösen Kinder dabei – der Knecht Ruprecht. Durch seine wilde Erscheinung sowie dem Klirren der Ketten, jagt er den Kindern Angst ein um ihren „bösen“ Taten Nachdruck zu verleihen und sie zu artigeren Kindern zu ermahnen.

Aber er hatte natürlich auch den großen Sack, wo die Belohnungen drin waren, dabei. Der Nikolaus hat immer ein großes “Goldenes Buch” bei sich, worin die guten und bösen Taten der Kinder verzeichnet sind. Dadurch weiß er von jedem Kind, ob es brav war oder nicht. Noch aus Kindertagen weiß man ja, dass da der Nikolaus kommt. Und das ist ja immer etwas zwiespältig gewesen. Zum einen hatte man schlichtweg Angst und die Hosen voll, und zum anderen war man aber auch aufgeregt, weil er etwas brachte. Er hatte außerdem einen Bischofsstab dabei, den eines der Kinder halten musste. Der Nikolaus schlägt nun sein goldenes Buch auf und liest nun passend zu jedem Kind einen kleinen Vers vor, in dem die guten, aber auch die bösen Taten erwähnt werden. Auch stellt er jedem Kind die Frage: „Warst Du auch brav?“ Nachdem die Kinder dass natürlich mit einem „Ja“ beantworten, erhalten sie vom Nikolaus ein kleines Geschenk und werden aber für die bösen Taten nochmals ermahnt. Nachdem der Nikolaus die Geschenke verteilt hat, singen die Kinder zusammen noch ein Lied als Dankeschön an den Nikolaus:

Laßt uns froh und munter sein
Und uns recht von Herzen freu’n!
Lustig, lustig, trallerallera,
Bald ist Nikolausabend da!
Bald ist uns’re Schule aus,
Dann zieh’n wir vergnügt nach Haus.
Lustig, lustig, trallerallera,
Bald ist Nikolausabend da!
Dann stell ich den Teller auf,
Niklaus legt gewiß was drauf,
Lustig, lustig, trallerallera,
Bald ist Nikolausabend da!
Steht der Teller auf dem Tisch,
Sing ich nochmals froh und frisch:
Lustig, lustig, trallerallera,
Bald ist Nikolausabend da!
Wenn ich schlaf, dann träume ich:
Jetzt bringt Niklaus was für mich.
Lustig, lustig, trallerallera,
Bald ist Nikolausabend da!
Wenn ich aufgestanden bin,
Lauf ich schnell zum Teller hin.
Lustig, lustig, trallerallera,
Bald ist Nikolausabend da!
Niklaus ist ein guter Mann,
Dem man nicht g’nug danken kann.
Lustig, lustig, trallerallera,
Bald ist Nikolausabend da!

Nachdem der Nikolaus die Familie verlassen hat, packen die Kinder ihre Stiefel oder kleinen Geschenke aus. Die Familie sitzt anschließend noch gemütlich zusammen und lässt den Nikolausabend ausklingen.