3 – Weihnachtsgeschichte zum Vorlesen

rudi rentierEs war einmal eine Rentierfamilie. Sie lebte im Weihnachtswinterwald. Die vier Rentierkinder hießen Ute, Willi, Otto und das kleinste hieß Kasimir und das Besondere war, dass er Schnee hasste.

In einer Reihe folgten sie ihrer Mutter durch den Weihnachtswinterwald, auf der Suche nach etwas Essbarem.  „Bleibt schön zusammen und hinter mir!“ rief die Mutter. „Nun komm doch endlich mal, Kasimir!“ Das kleinste drehte und schüttelte sich ständig, anstatt den anderen ordentlich zu folgen.  „Mir fällt immer der Schnee auf den Rücken und die Kälte lässt meine Beine nicht laufen,“ sagte Kasimir. Wie immer war schwierig für ihn den anderen zu folgen.

Eines Tages, so träumte er, werde ich der Größte sein, und wenn ich mich noch öfter mit Engelsglück bestäuben muss. Dann bin ich der König des Weihnachtswinterwaldes. Immer schaute er den anderen großen Rentieren nach und lief dabei allen anderen Tieren des Waldes vor die Füße, so dass diese ins Stolpern kamen.  „Sei doch nicht so wild, Kasimir!“ stöhnte dann die Mutter. „Ach , wenn der Junge doch nur auf mich hören würde.“ Aus Verzweiflung wollte sich die Rentiermutter vom Waldgeist Rat holen.

Also lief die ganze Rentierfamilie zum Wintergeist, der in einer alten Buche tief im Schlaf versunken seit vielen Jahren dort ruhte. Als er erwachte und sich aufrichten wollte, merkte er, dass sein Bart in der Erde festgewachsen was. Die kleinste Bewegung tat ihm weh, deshalb schrie er laut auf. Die Tiere erschraken versteckten sich im Dickicht.  „Wer mich befreit hat drei Wünsche frei!“ Aber die Tiere trauten sich nicht näher an den Wintergeist heranzutreten. Nur Kasimir hatte wieder alles verschlafen und als ihm wieder eine Ladung Schnee vom Baum auf seinen Rücken fiel, drehte und schüttelte er sich so heftig, dass er dabei den Bart des Wintergeistes befreite.

„So ein toller Bursche!“rief der Alte.“Ein recht flinkes und hilfsbereites Rentier bist du, dir gehören nun drei Wünsche, also wähle.“  Nachdenklich schlug Kasimir mit dem Huf auf und sagte:“Gut, dann wünsche ich mir den Schnee weg!“ Schwupp, da verschwand der Schnee.“ „Kasimir, was hast du da für einen Unsinn angerichtet,“ rief da die Mutter. „Wie soll denn nun der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten durch den Wald fahren?“ Der Wintergeist wollte unterdessen endlich wieder weiterschlafen und mahnte Kasimir seinen zweiten Wunsch zu äußern. „Der Weihnachtsmann soll keinen Schlitten mehr haben,“ rief da Kasimir.

Da kam plötzlich der Weihnachtsmann mit seinen großen kräftigen Renntieren heran und  rief verzweifelt: „Oh weh, große Not, was soll ich nur machen, wie aus heiterem Himmel ist  mein Schlitten verschwunden mit all den Geschenken für die Kinder auf der Welt.“  Das größte Rentier Rudolf trat hervor, sah den Waldgeist und Kasimir und wusste nun was geschehen war.  „Bist du denn völlig durcheinander, was sollen wir nun tun, wenn wir nicht mehr den Schlitten des Weihnachtsmanns ziehen können.“  „Mein dritter Wunsch ist,“ begann Kasimir, dass alle Rentiere…“
„Nun höre aber auf!“ unterbrach ihn da der Waldgeist, „nicht das du mir alle Rentiere wegwünscht, du bist doch selber eins“ “ Denk an uns, Kasimir, und an die Kinder, wie sollen sie je ihre Weihnachtsgeschenke bekommen?“

Da schritt das größte und stärkste Rentier der Gruppe Kasimir entgegen:
„Allmächtiger Kasimir,“ sprach er, “ unserer Schicksal liegt in deiner Entscheidung, bedenke doch, du, ich ,wir und alle Wesen müssen zusammenhalten. Bitte nimm deine Wünsche wieder zurück!“ Der kleine Kasimir fühlte sich geschmeichelt, als das prächtige Rentier ihn so demütig ansprach. „Also gut,“ sagte er. „„Als drittes wünsche ich mir, dass alles wieder so wird wie es immer war.“
Da war plötzlich der Schlitten wieder da, auch der Schnee und der Wintergeist versank im tiefen Schlaf. Zur Belohnung für die gute Entscheidung wurde Kasimir vom Weihnachtsmann versprochen, dass, wenn er größer ist und schnell laufen kann, Kasimir das Leitrentier wird. So geschah es auch, noch heute leitet Kasimir neben Rudolf den Rentierschlitten und bringt den Kindern die vielen Geschenke in die ganze Welt.