Warum? Warum fragen Kinder so oft „warum“?

 

„Mama warum darf ich jetzt kein Eis essen“ „wir essen gleich zu abend.“ Warum darf ich dann das Eis nicht essen?“ „Weil du dann keine Hunger mehr hast“ „warum denn nicht“ „weil dein Bauch dann schon voll ist“… und so weiter. Wer kennt das nicht – endlose Frageketten wo man sich fragt gibts hier auch einen „Knopf zum Ausschalten? „D iese Frage stelle ich mir gerade täglich, meine Zwillinge sind gerade in dieser Phase. Ok ich geb zu die Stereo-Bombardierung mit „Warum-Fragen“ kann zuweilen richtig anstrengend sein dennoch bin ich sehr stolz. Das viele Fragen bedeutet ja lediglich das die beiden neugierig auf  Ihre Umwelt sind und alles entdecken wollen.

Vor jeder großen Neuentdeckung stand am Anfang die Frage „Warum ist das so?“ und die Antwort ist die Lösung. So kann man auch verstehen wieso Kinder irgendwann zu Fragen beginnen. Sie wollen die Welt um sich herum verstehen, wissen warum ein Flugzeug in der Luft fliegt oder der Hund nicht mit am Tisch sitzen darf beim Essen. Für Kinder ist ja alles neu auch das Fragen an sich und wenn es eine befriedigende Antwort bekommt fragen sie auch wieder. Das gibt den Kleinen  ein Gutes Gefühl – da ist jemand der mir hilft die Welt um mich herum zu verstehen. Als Eltern sollte man sich aber auch wirklich drauf einlassen die Fragen so gut wie möglich zu beantworten aber dennoch nicht zu lang und ausführlich, weil das Interesse sonst schnell verloren geht. Am allerbesten sind Antworten die anschaulich hergeleitet werden können wie ein Experiment, das ist für Kinder am spannendsten.

Natürlich hab ich nicht immer einen praktischen Lösungsweg parat, wenn mein Nachwuchs auf dem Weg zum Einkaufen fragt, „warum der Mann vor uns mit dem Fahrrad unterwegs ist“ und nicht mit dem Auto so wie wir. Da hilft nur eins ehrlich sein, also auch ruhig mal sagen „ich weiß es leider nicht“ oder zurückfragen „was denkst du denn warum er nicht mit dem Auto fährt“. Das kann schon zu richtigen Gesprächen führen, was richtig Spass macht wenn man merkt dass die Kids zu gleichberechtigten Gesprächspartnern heranwachsen.

Manchmal versuchen unsere Sprösslinge auch nur durch das viele Fragen die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.  Wenn man das Gefühl bekommt die Fragen verlieren den Kern sollte man ein wenig die Ohren spitzen und mal genau hinhören. Vielleicht verbergen sich dahinter Themen, die die Kinder im Moment besonders beschäftigen.

Es kann natürlich auch als reine Verzögerungstaktik dienen. Zurzeit muss ich jeden Morgen vor dem Eingang zum Kindergarten alle Besitzer der parkenden Autos, jede Ameise oder jeden Baum kennen und erklären warum der genau jetzt hier steht und warum nicht woanders. Hier nehme ich mir dann doch die Freiheit raus meinen Jungs klar zu machen, dass jetzt dafür keine Zeit ist, aber wir gerne mittags darüber sprechen können. Damit sind sie dann auch meist zufrieden.

Auch wenn diese Fragerei uns oft als nervig erscheint, so ist es doch auch rührend wenn man nochmal aus Kindersicht die Welt mitentdecken darf. Wir Erwachsenen haben das Fragen irgendwie verlernt. Entweder fragen wir gar nicht mehr,  nur noch google oder sind peinlich berührt wenn wir etwas nicht verstehen und nochmal nachhaken müssen.

Da können wir Erwachsenen echt was von unseren Kindern lernen!

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