Schreibaby – was nun?

 

Nach drei Monaten ist es ausgestanden – das ist die Aussage die Hoffnung aufblitzen lässt. Wenn die Säuglinge die ersten drei Monate hinter sich hätten wären die Koliken vorbei, es würde besser schlafen und vor allen Dingen nicht mehr soviel schreien! Viele Eltern von Schreibabys kennen diese Aussagen, die Hebamme sagt das, Omas und Opas sagen das und andere Mütter von der Rückbildung auch nicht zuletzt die unzähligen Eltern-Kind Ratgeber. Aber was tun wenn es nicht so ist?

Was ist wenn das Baby immer noch schreit aus vollem Halse, der kleine Körper total angespannt ist und pro Tag nur 8 – 9 Stunden schläft und alle 1 1/2 Stunden aufwacht, aber körperlich völlig gesund ist laut Kinderarzt. Was ist los mit meinem Baby- habe ich vielleicht ein Schreibaby? Diese Frage stellen sich mittlerweile sehr viele Eltern in Deutschland.

Wie genau definiert sich ein sogenanntes Schreibaby?

Nach Definition von Fachleuten sind das Babys, die über einen Zeitraum von drei Wochen an mindestens drei Tagen pro Woche mindestens drei Stunden lang weinen. Säuglingsforscher, Ärzte und Heilpraktiker haben sich darauf geeinigt, das Schreibabys unter einer „Regulation sstörung“ leiden. Das bedeutet: Sie sind extrem empfindlich und sensibel gegenüber äußeren Reizen mehr als andere Babys. Das Schreien das sich durch nichts beruhigen lässt ist nicht das alleinige Problem was die Eltern verunsichert und zermürbt.  Meist leiden diese auch unter massivem Schlafmangel und das macht natürlich auch noch zusätzlich weniger belastbar.

Welche Faktoren führen zu so einer Regulationsstörung?

Da gibt es eine ganze Reihe die zu erhöhter Reizbarkeit führen. Meist beginnt das schon in der Schwangerschaft, vielleicht ist die Schwangerschaft kompliziert oder es gibt traumatische Erlebnisse – alles was die werdende Mutter belastet oder verunsichert überträgt sich natürlich auf den Fötus. Verläuft die Geburt und die ersten Tagen danach  eventuell auch noch anders als geplant ist das für die frischgebackenen Mamas sehr belastend. Die Hormone spielen ja zusätzlich auch noch verrückt. In dieser Phase neigt man gern dazu lieber Rat im Außen zu suchen sei es bei Hebammen, den Omas oder Freundinnen anstatt auf seine „innere Stimme“ zu hören. Die Verunsicherung und Nervosität wächst zunehmend und das überträgt sich auf das Kind.

Gibt es Hilfe für Schreibabys und Ihre Eltern?

Ja, es gibt Hilfe. In Deutschland gibt es in jeder größeren Stadt eine sogenannte Schreiambulanz. Diese Einrichtungen beraten und stützen die Mütter in dieser angespannten Situation. Man lernt dort wieder auf seine eigene Intuition zu vertrauen ungeachtet was andere meinen. „In den Schlaf stillen oder das Baby ins Bett holen – dies wird ja immer verpöhnt. Egal – erlaubt ist was allen gut tut und hilft. Vielen Müttern hilft es auch sich einfach mal bei jemand neutralem auszusprechen, einfach loslassen. Das nimmt viel Druck von der Seele. Ausserdem lernt man dort entspannende Atem- und Massagetechniken die man jederzeit anwenden kann.

Liebe Mütter/Eltern mit Schreibabys lasst euch nicht entmutigen sondern HELFEN! Hilfe annehmen ist kein Schuldeingeständnis sondern ein Schritt nach vorn.

 

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