Vorsicht bei schwarzem Tee in der Schwangerschaft

Gerade in der Schwangerschaft brauchen werdende Mütter viel Flüssigkeit. Idealerweise sollten es 2,5 – 3 Liter am Tag sein.
Ein Teil davon wird durch wasserhaltige Speisen und Lebensmittel sowie durch im Stoffwechsel gebildetes Wasser aufgenommen. Die restlichen 1,0 – 1,5 Liter müssen durch Getränke ausgeglichen werden. Das hört sich im Grunde wenig an, aber es ist gar nicht so einfach, auf diese Menge zu kommen.

Abwarten und Tee trinken…aber welchen ist die Frage

Viele Schwangere greifen deshalb neben Wasser vor allem auf Tees zurück, denn Tee schmeckt gut und löscht den Durst. Zudem wirkt Tee anregend und entspannend – ist also eigentlich das optimale Getränk während der Schwangerschaft. Doch Vorsicht, nicht alle Teesorten sind während der Schwangerschaft geeignet.

Schwarzer Tee sollte, da er Koffein enthält, in dieser Zeit nur in Maßen genossen werden. Aber auch grüner und weißer Tee, die aus der gleichen Pflanze wie schwarzer Tee gewonnen werden (Camellia sinensis) und sich nur durch die Verarbeitung der Teeblätter unterscheiden, enthalten geringe Mengen an Koffein.

Je nach Zubereitung und Aufgusszeit enthält schwarzer Tee zwischen 1,5 und 5,0 Prozent Koffein. Das entspricht einer Menge von etwa 50 mg Koffein je Tasse. Das Koffein im schwarzen Tee wirkt nicht so schnell und weniger belastend wie beim Kaffee, regt daher an, jedoch nicht auf. Allerdings hält die Wirkung durch die schrittweise Ausschüttung von Adrenalin, einem Stresshormon, deutlich länger an. Bis das Koffein vom Körper vollständig abgebaut wird können bis zu sechs Stunden vergehen.

Welche Folgen hat der Konsum von schwarzem Tee in der Schwangerschaft

Für die Mutter ist das im schwarzen Tee enthaltene Koffein gemeinhin unbedenklich, jedoch kann es für das ungeborene Kind gravierende Folgen haben. Zum einen wird durch das Koffein der Harndrang angeregt. Dadurch scheidet die Mutter vermehrt Nährstoffe aus, die eigentlich an das Baby weitergegeben werden sollten und für seine Entwicklung zwingend erforderlich sind. Zum anderen werden durch die erhöhte Zufuhr von im schwarzem Tee oder anderen Lebensmitteln enthaltenem Koffein auch die Blutgefäße des Ungeborenen verengt. Dadurch können Durchblutungsstörungen entstehen, die dazu führen, dass der Fötus weniger Sauerstoff erhält. Im schlimmsten Fall kann das eine Fehlgeburt zur Folge haben.

Desweiteren gelangt das Koffein über die Plazenta und die Nabelschnur direkt ins Blut des Fötus. Da dieser noch nicht über die notwendigen Enzyme verfügt, um das Koffein selbstständig wieder abzubauen, fällt die Wirkung deutlich stärker aus und hält auch länger an. Es drohen schwere Wachstums- und Entwicklungsstörungen. Britische Forscher haben sogar herausgefunden, dass das Geburtsgewicht des Babys in Zusammenhang mit dem Koffeinkonsum der Mutter steht. Je mehr Koffein konsumiert wird, desto geringer ist das Geburtsgewicht ihres Babys.

Alternativen zu koffeinhaltigen Lebensmitteln

Am Besten ist es natürlich in der Schwangerschaft komplett den Konsum koffeinhaltiger Getränke, wie schwarzem, grünem und weißem Tee, Kaffee oder Cola, zu vermeiden. Wenn werdende Mütter jedoch nicht ganz auf koffeinhaltige Lebensmittel verzichten könnten, dann sollte ein Maß von zwei Tassen schwarzem Tee oder Kaffee am Tag nicht überschritten werden. Wird das Koffein vor allem dazu gebraucht den Kreislauf in Schwung zu bringen und Müdigkeit zu überwinden, so empfiehlt es sich stattdessen lieber einen Spaziergang an der frischen Luft zu machen oder energiereiche Snacks (beispielsweise Nüsse oder getrocknete Früchte) zu sich zu nehmen.

Übrigens: Koffein ist nicht nur in schwarzem, grünem und weißem Tee, Kaffee oder Cola enthalten, sondern auch in Mateblättern (daher sollte auch Matetee gemieden werden), Guarana oder Schokolade.