Burnout – wenn Mütter durch ihren Fulltime-Job krank werden

Das Burnout-Syndrom (engl. to burn out – ausgebrannt sein) ist derzeit in aller Munde und wird überwiegend mit Managern oder auch Sportstars, wie Sven Hannawald, Ralf Rangnick oder Sebastian Deisler in Verbindung gebracht.

Doch immer häufiger sind auch Mütter von dieser Krankheit betroffen, denn Mutter sein ist ein 24 Stunden Job, der es meist nicht erlaubt mehr an sich selbst zu denken und einfach einmal abzuschalten.

Wie heißt es in einer Staubsauger-Werbung so schön: „Ich führe ein sehr erfolgreiches, kleines Familienunternehmen.“ Und dieser Beruf verlangt den Müttern einiges ab – sie können nicht einfach nach 8 Stunden ihren Arbeitsplatz verlassen und sich erholen. Sie müssen rund um die Uhr für ihre Familie da sein, den Haushalt führen und üben manchmal ganz nebenbei auch noch einen eigenen Beruf aus. Es ist also nicht verwunderlich, dass viele berufstätige Frauen der Doppelbelastung von Beruf und Kindererziehung nicht mehr standhalten können und besonders gefährdet sind an Burnout zu erkranken.

Das Burnout-Syndrom bekommt man nicht von heute auf morgen. Oft entwickelt es sich schleichend und über mehrere Jahre hinweg. Ausgelöst wird das Ausgebranntsein meist durch fehlende Wertschätzung, überzogene Ansprüche an sich selbst, mangelnde Unterstützung, Doppel- und Mehrfachbelastung, ständig negatives Feedback oder Frustration.

Durch den Fulltime-Job „Mama sein“ bleibt kaum Platz für Gespräche mit dem Partner, um wieder das Gefühl zu bekommen selbst auch geliebt und geschätzt zu werden, sich zu erholen oder den eigenen Emotionen freien Lauf zu lassen.

Aus Angst als überfordert oder gar als schlechte Mutter dargestellt zu werden, ignorieren oder verdrängen viele Frauen daher erste Anzeichen, wie Müdigkeit, Reizbarkeit, Zynismus, Panik oder Schlafstörungen. Aber das ist genau der falsche Weg. Je früher man sich selbst eingesteht, überlastet zu sein und eine Pause zu benötigen, desto größer ist die Chance schnellstmöglich wieder aus dem Teufelskreis herauszukommen. Wichtig ist dann vor allem nicht nur einen Arzt oder Therapeuten zu Rate zu ziehen, sondern auch den eigenen Partner in die Therapie mit einzubeziehen. Nur so können gezielte Wege gewählt werden, die die Mütter entlasten, ihnen den Leistungsdruck nehmen und Verständnis zu schaffen. Falls es nötig ist Medikamente einzunehmen, können spezielle, stillfreundliche Arzneimittel verschrieben werden – dadurch muss dann nicht abgestillt werden.

Hier nochmals eine Zusammenfassung der Symptome von Burnout:
– Müdigkeit
– Antriebslosigkeit
– leichte Reizbarkeit
– Schlafstörungen
– Zynismus
– Panik
– Gleichgültigkeit
– Alkohol-, Kaffee- oder Tabakmissbrauch

Eine erste, grobe Einschätzung, ob man selbst Burnout gefährdet ist liefern diverse Schnelltests im Internet. Jedoch sollte man sich darauf nie verlassen, sondern bei Verdacht am Besten direkt einen Arzt aufsuchen, um gar nicht erst in den Teufelskreis hineinzugeraten.

Übrigens: weitaus weniger bekannt, aber mit den gleichen Symptomen und ebenfalls durch Stress ausgelöst ist das sogenannte Boreout – eine Krankheit die durch Langeweile und Unterforderung ausgelöst wird.