Igel


Unter Hecken und Sträuchern, die an Waldrändern oder Gärten stehen, lebt der ca. 22 – 35 cm große Igel. Jeder erkennt ihn an seinem Stachelkleid, welches bei einem erwachsenen Igel mit 5000-6000 Stacheln besetzt ist. Die 2 – 3 cm langen, etwa 2 mm dicken und hohlen Stacheln sind stabil, leicht und spitz. Die Farbe der Stacheln variiert von dunkelbraun bis schwarz mit weißlichen Spitzen und dient in der freien Wildbahn als gute Tarnung.

Diese spitzigen Stacheln sind eine wirksame Verteidigung gegen natürliche Feinde. Bei Gefahr kann er sich zu einer Kugel zusammenrollen und ist dann vor Füchsen, Mardern und Dachsen geschützt. Er verhält sich meist auf der Straße auch so, was zur Folge hat, dass er natürlich überfahren wird. Deshalb liegt die durchschnittliche Lebenserwartung nur bei 2 – 4 Jahren, wobei Sie eigentlich bis zu 7 Jahre alt werden könnten.

Zudem machen dem Igel Gifte zu schaffen, denn Insektengift und Schneckenkorn werden leider noch von einigen Menschen im Garten verteilt, um die Pflanzen vor „Schädlingen“ zu schützen. Wir vergiften ihn also gleich mit, wenn er die Würmer, Käfer und Schnecken frisst.

Weitere natürliche Feinde des Igels sind Flöhe, Zecken, Milben und auch Lungen- und Darmwürmer. Diese schwächen ihn, sodass er den Winterschlaf oft nicht überleben kann. Falls der Igel krank oder tot ist sollte man diesen nicht mit ins Haus nehmen, da es Wildtiere sind, die unter Schutz stehen und mit Ungeziefer befallen sind. Igel brauchen zudem viel Bewegung und einen großen Platz zum Auslaufen. Auf einer engen Fläche im Haus, bekommen die Igel mit der Zeit Lähmungen und Störungen. Wenn ein kranker oder geschwächter Igel im November gefunden wird, sollte Kontakt mit einer Igelstation aufgenommen werden, die Erfahrung mit der Pflege von Igeln hat.

Aufgrund der schlechten Lebensbedingungen (keinen wärmenden Pelz und Nahrungsmangel) hält der Igel seinen Winterschlaf. Ab November ist es dann soweit. Bei Temperaturen unter 8 – 10° C, krabbelt der Igel in sein Nest, rollt sich ein und beginnt mit einem Gewicht von 800 bis 1200 g seinen Winterschlaf. Die übliche Körpertemperatur nimmt während des Winterschlafs 30° C ab und der Puls reduziert sich von normalerweise 180 Herzschläge auf 8 und noch weniger pro Minute. Die Atmung verlangsamt sich von 30 – 50 Atemzüge auf 3 – 4 Atemzüge pro Minute. Der Igel macht den Eindruck als sei er tot. Doch die vorhandenen Fettreserven, die er sich im Sommer und Herbst angefressen hat, ermöglichen sein Überleben.

Im Frühjahr, nach Beendigung des Winterschlafs ist die Auswahl für den 400 g schweren Igel an Futter noch sehr gering. Darum ist es gut, dass er als Allesfresser gilt. Ein beliebtes Futter sind Schnecken, da sie eine leichte Beute für den Igel darstellen. Jedoch gehören Nachtfalter und deren Raupen, Regenwürmer, Käfer, Schnecken, Ohrwürmer und Tausendfüßler auch auf seinen Speiseplan. Auch die Eier von bodennistenden Vögeln sowie tote Mäuse und Aas lässt sich ein Igel nicht entgehen. Den nützlichen Marienkäfer lassen Igel allerdings in Ruhe. Spinnen, Heuschrecken oder Frösche erwischt der Igel nur selten, da sie zu flink sind.Zum Aufknacken von harten Käferpanzern aber auch zum Öffnen von Schneckenhäusern oder Eierschalen kommen ihm die 36 spitzigen und scharfkantigen Zähne zugute. Diese werden jedoch im Laufe der Jahre stumpf. Der Igel trinkt Wasser, denn Milch verträgt er nicht.

Bei der nächtlichen Suche nach Nahrung hilft dem Igel vor allem seine gute Nase. Er wittert Feinde schon auf große Entfernung und erkennt seine Jungen und andere Igel an ihrem Geruch.

Das Gehör ist der zweitwichtigste Sinn des Igels. Seine unbehaarten Ohrmuscheln sind zwar nur 2 bis 3 cm klein, aber ungemein empfindlich.
Die Augen sind für den Igel nicht so bedeutend wie für uns Menschen. Er kann weder so scharf, noch so weit sehen wie wir. Außerdem ist der Igel farbenblind, er sieht die Welt in Braun- und Cremetönen.

Zwei Jahre nach der Geburt sind Igel geschlechtsreif und das Männchen sucht sich ein Weibchen zum Begatten. Nach etwa 5 Wochen bringt die Igelin 4 – 7 Junge auf die Welt, welche vorübergehend taub und blind sind. Bei der Geburt haben die kleinen Igel schon Stacheln, die aber noch weich sind. Die Wege der Eltern trennen sich und die Igelmutter muss ihre Jungen alleine aufziehen. Innerhalb der nächsten drei Wochen öffnen sich die Augen und Ohren und die kleinen Igel fressen schon festere Nahrung. Nach 6 – 7 Wochen hört die Igelmutter dann auf zu säugen.

Falls ihr den Igeln helfen wollt könnt ihr im Schulgarten oder zu Hause geschützte Bereiche für Igel einrichtet. Hier können sie dann im Sommer tagsüber schlafen und im Winter ein Nest bauen. Verstecke der Igel befinden sich unter Hecken und Sträuchern, unter Gartenhäusern, Holzstapeln und im Komposthaufen. Eventuelle Gefahr wie Löcher, in die der Igel fallen könnte, sollten vermieden werden. Teiche und kleine Becken am Besten mit Stege ergänzen oder ganz abdecken.



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