Osterbräuche


Jeder von uns weiß, dass der Osterhase an Ostern ein Nest mit Eiern versteckt, dass es etwas Leckeres zu Essen gibt, dass man in die Kirche geht und dass man ein paar freie Tage hat. Aber wisst Ihr auch etwas über die Osterbräuche? Wir haben hier einiges für Euch zusammengestellt.

Osterwasser:

Es wird gesagt, wenn man am Ostersonntag ein Bad in einem fließenden Bach nimmt, dann bleibt die Jugend und Schönheit erhalten, Krankheiten werden geheilt und das Unglück soll abgehalten werden. Die Menschen trieben früher sogar ihr Vieh am Ostermorgen an die Bäche, um es vor Krankheiten zu schützen. In einigen Orten wird sogar noch heute in der Nacht auf Ostersonntag Wasser aus Bächen oder Brunnen geschöpft. Da das Osterwasser als Symbol der Fruchtbarkeit galt, mussten Mädchen schweigend und gegen den Strom Wasser schöpfen. Dadurch sollte das Wasser seine Heilkraft behalten. Außerdem mussten Sie darauf achten, dass sie weder auf dem Heimweg noch zu Hause einen Tropfen verschütten.

Osterfeuer:

Zu einem Brauchtum das schon lange zu Ostern gehört zählt auch das Osterfeuer. Seit sehr langer Zeit gilt das Feuer als Symbol der Sonne, mit diesem möchte man den Frühling begrüßen. Später wurde die Entzündung und Weihung des Osterfeuers in der Nacht zum Ostersonntag ein bedeutendes Ereignis für die Christen. Auf dem Land wird das Osterfeuer oftmals auch zum verbrennen von Ästen oder Sträuchern genutzt, die sich über den Winter angesammelt haben. Aber nicht jeder darf ein Osterfeuer machen, dies muss vorher erst genehmigt werden. Oft ist es aber auch so, dass in den Dörfern die Gartenabfälle des Winters an eine Sammelstelle gebracht werden und dort ein Dorffest mit Osterfeuer entsteht.

Osterspaziergang:

Ein weiterer Brauch ist der Osterspaziergang. Früher hat sich die ganze Familie fein herausgeputzt und neue Kleidung getragen, um den Frühling nach der langen dunklen Winterzeit zu begrüßen. Heutzutage liegt der Sinn des Osterspaziergangs wohl eher darin, die zu vielen Kalorien der Osterfeiertage wieder loszuwerden. 😉

Osterratschen:

In einigen Regionen auf dem Land laufen meist junge Burschen in der Zeit zwischen Gründonnerstag und Ostersonntag mit Holzrasseln durch das Dorf, um dem Glauben nach die Kirchenglocken die in Rom sind mit den klappernden Holzrasseln zu ersetzen.

Das Osterei:

Ein sehr alter Brauch ist das verschenken von Eiern zu Ostern. Das Ei steht in allen Kulturen für neues Leben. Unter seiner harten Schale hält es neues Leben bereit, das aus dem Dunkeln schlüpft. Der Zusammenhang zur Auferstehung Christi wird dadurch deutlich, dass aus einem vermeintlich toten Gegenstand (Ei) etwas Lebendiges schlüpft. Schon seit sehr langer Zeit  gilt das Ei als Sinnbild von Leben und Auferstehung, daher wurde den Toten früher ein Ei mit ins Grab gegeben, dies stand für ewiges Leben. In der mittelalterlichen Zeit galt das Ei als Recheneinheit. Es wurden zu dieser Zeit oft Pacht oder Zinsen mit Eiern bezahlt, da diese meist um die Zeit von Ostern fällig wurden.

Der Osterhase:

Schon sehr lange gibt es den Brauch, dass der Osterhase am Ostersonntag die Nester mit den bunten Eiern versteckt. Die ersten Erzählungen darüber stammen von einem Professor aus Heidelberg aus dem Jahr 1678. Bei uns hat sich der Brauch erst im 19. Jahrhundert durchsetzen können. Da der Hase als Symbol für Fruchtbarkeit und Zeugungsfähigkeit steht und das Ei ebenfalls für Fruchtbarkeit und ewiges Leben gilt, wurde dem Osterhasen der österliche Dienst einfach untergejubelt.

Das Osterlamm:

Auch das Lamm steht in enger Verbindung mit Ostern. Im alten Testament gilt das Lamm als Opfertier. Es wird auch heute noch in manchen Regionen zum Gedenken an Gott geschlachtet. Das weiße Fell des Lammes steht für Reinheit und Frieden. Wir kennen das Osterlamm eigentlich nur als Gebäck mit einem Holzspieß auf dem eine Fahne mit einem Kreuzzeichen verziert angebracht ist. Dies wird meist mit in die Ostermesse genommen, wird dort vom Pfarrer geweiht und anschließend zu Hause mit auf den österlichen Frühstückstisch gestellt und verzehrt.

Die Osterkerze:

Sie steht für Jesus Christus, das Licht der Welt. Mit der Wiederauferstehung kommt das Licht in die Welt zurück. An einem gesegneten Osterfeuer wird die Osterkerze in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag angezündet und anschließend in die Kirche getragen, dort brennt sie dann bis Pfingsten. Die Gläubigen können ihre eigenen Kerzen an der Osterkerze entzünden, dies gilt als Symbol für die Auferstehung Christi und das Leben. Nach dieser Zeit wird die Osterkerze zu Taufen und Beerdigungen angezündet um den Kreislauf von Geburt und Tod und die Auferstehung und dem ewigen Leben zu verdeutlichen. Das weiße Licht der Osterkerze steht für Reinheit und Hoffnung. Auf der Kerze sind oftmals Symbole wie ein Lamm, Sonnenstrahlen, eine Taube, ein Baum oder Wasser aufgebracht. Außerdem ist ein Kreuz mit 5 Nägeln (Kreuzmale Jesus) und der erste und letzte Buchstabe des griechischen Alphabets abgebildet. Alpha ist über dem Kreuz und Omega unter dem Kreuz angebracht und soll noch mal den Anfang und das Ende bzw. Geburt und Tod symbolisieren.

Wie feiert Ihr das Osterfest? Was gibt es zu Essen, was bekommen Eure Kinder geschenkt?