Schwangerschaftsdiabetes


Diabetes Mellitus kommt vom Begriff her aus dem Griechischen und ist eine Störung im Zuckerstoffwechsel. Hierbei wird vermehrt zuckerhaltiger Urin ausgeschieden.

Es gibt verschiedene Diabetes-Typen. Unterschieden wird zwischen Typ1, Typ2 und Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes).

Vom Typ1 sind meist junge, schlanke Menschen betroffen. Bei diesen Personen produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder überhaupt kein Insulin mehr. Hier hilft keine Ernährungsumstellung mehr, sondern es muss täglich Insulin gespritzt werden.

Vermehrt übergewichtige, ältere Menschen aber auch teilweise junge, übergewichtige Personen leiden an Typ2. Bei diesen Patienten produziert die Bauchspeicheldrüse zwar genügend Insulin, jedoch weist das Insulin eine verminderte Wirksamkeit auf. Bei dieser Risikogruppe ist eine Gewichtsreduktion, eine Ernährungsumstellung oder eine Tabletteneinnahme nötig.

Bekommt man während der Schwangerschaft Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) hat dies nichts mit Diabetes Typ1 oder Typ2 zu tun. Die Frau hatte zu Beginn der Schwangerschaft noch keine Form von Diabetes.

Als Schwangerschaftsdiabetes wird ein erhöhter Blutzuckerspiegel der Mutter in der Schwangerschaft bezeichnet. Dieser wird verursacht durch eine fehlerhafte Hormonproduktion. Weltweit sind ca. 1-20% der Schwangeren betroffen. In Deutschland sind es zwischen 3 und 10%.

Der Schwangerschaftsdiabetes sollte nicht unterschätzt werden, da dieser erhebliche Auswirkungen auf Mutter und Kind haben kann. Meist wird diese Erkrankung von der Schwangeren erst gar nicht wahrgenommen, da die Symptome häufig anfangs nicht bemerkt werden. Bei ca. 40-50% der Frauen, die während der Schwangerschaft daran erkrankt waren, besteht ein erhöhtes Risiko mit zunehmendem Alter an Diabetes Typ1 oder Typ2 zu erkranken.

Häufige Risiken für eine Schwangere mit Schwangerschaftsdiabetes sind akute, vermehrte Harnwegsinfekte, hoher Blutdruck durch den Schwangerschaftsdiabetes, verfrühte Einleitung der Geburt, erhöhte Rate eines Kaiserschnittes oder eine Geburt mit Hilfe einer Saugglocke, Zange oder eines Dammschnittes.

Normalerweise wird zwischen der 24. und 28. Woche ein Diabetestest empfohlen. Bei Schwangeren mit einem erhöhten Risiko auf Schwangerschaftsdiabetes wird in den ersten drei Monaten ein Test durchgeführt. Ist dieser negativ, wird in der 32.-34. Schwangerschaftswoche ein weiterer Test durchgeführt.

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko an einer Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken: Übergewicht, falsche Ernährung, Diabetes in der Familie, eine oder mehrere Fehlgeburten, ein vorher geborenes Kind wog über 4000 Gramm, die werdende Mutter wog bei ihrer eigenen Geburt über 4000 Gramm, wenn die Schwangere über 30 Jahre alt ist, eine erhöhte Fruchtwassermenge und ein erhöhter Zuckernachweis im Urin.

Besteht der Verdacht auf einen Schwangerschaftsdiabetes führt der Arzt im letzten Drittel der Schwangerschaft vermehrt Ultraschalluntersuchungen durch, um evtl. eine übermäßige Gewichts- und Größenzunahme des Kindes durch die vermehrte Zuckeraufnahme zu erkennen.

Sollte ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt werden, ist es kein Grund in Panik auszubrechen, meist kann dieser ganz gut durch gesunde Ernährung oder Insulin eingestellt werden und somit können Folgeschäden beim Kind zum größten Teil vermieden werden.

Um die Gefahr für Mutter und Kind zu mindern, sind regelmäßige Kontrolltermine beim Arzt aber unbedingt einzuhalten. Zu den Folgeschäden zählen ein erhöhtes Fehlgeburtrisiko, ein Geburtsgewicht über 4000 Gramm, vergrößerte, aber unreife innere Organe, niedrige Blutzuckerwerte und eine niedrige Konzentration von Kalzium im Blut. Wird ein Schwangerschaftsdiabetes nicht behandelt, ist die Sterblichkeitsrate der Kinder nach der Geburt erhöht. Sollte ein Kind betroffen sein, ist es sehr wichtig die Organfunktionen im Krankenhaus zu stabilisieren und das Kind dort zu überwachen.

Wird ein Schwangerschaftsdiabetes zu spät oder nicht behandelt, können beim Kind folgende Auffälligkeiten auftreten: Geburtsgewicht über 4500 Gramm, Vollmondgesicht, Nackenfettpolster, tomatenrote Haut, dichter Haarschopf, Atemnotsyndrom, ein zu großes aber zu wenig leistungsfähiges Herz, zu niedrige Blutzuckerwerte nach der Abnabelung und ein zu niedriger Kalziumblutspiegel mit Muskelkrämpfen.

Laut Statistik ist jedes dritte Kind eines unbehandelten Schwangerschaftsdiabetes mit 30 Jahren selbst Diabetiker. Andere wiederum neigen zu Übergewicht. Auch ist es so, dass die Hälfte der Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes bei einer erneuten Schwangerschaft wieder dazu neigen. Hierbei begünstigen Übergewicht und Diabetes in der Familie dies noch dazu.

Habt ihr Erfahrungen mit Diabetes in der Schwangerschaft? Welche Beschwerden hattet ihr und wie wurden diese behandelt?