Waren Kinder früher höflicher und besser erzogen?

Früher war man bedeutend strenger zu den Kindern als heute. Egal, ob es in der Schule war oder im Elternhaus. Selbstverständlich war es früher nicht in Ordnung, dass die Lehrer „Tatzen“ und Ähnliches ausgeteilt haben, aber genauso wenig ist es heute in Ordnung, wenn die Kinder ihren Lehrern mit Respektlosigkeit und Unhöflichkeit entgegentreten. Damals lernte man noch Respekt, Höflichkeit, Gewissenhaftigkeit und dergleichen. Heute dagegen, sind die Kinder immer mehr sich selbst überlassen, da beide Elternteile arbeiten müssen und dadurch nicht für ihre Kinder da sein können.

Natürlich kann man nicht sagen, dass es generell bei allen Kindern so ist, aber ein Großteil ist auf sich selbst gestellt. Klar gab es früher auch weniger gut erzogene Kinder, aber heutzutage werden es eben immer mehr. Viele Kids sind heute oft sehr übergriffig und unverschämt gegenüber Erwachsenen. Diese Respektlosigkeit zieht sich durch alle Situationen des Lebens und ist nicht zuletzt ein großes Problem bei der Ausbildung oder beim ersten Job. Eltern gehen häufig nicht mehr wie Eltern, bzw. eine Respektsperson mit Vorbildfunktion mit ihren Kindern um, sondern legen ein freundschaftliches Verhältnis an den Tag, da sie denken, sie haben dadurch einen guten Draht zu den Kindern. So kann es aber nicht funktionieren, denn die Kinder brauchen jemanden, an dem sie sich orientieren können, der sie auf Recht und Unrecht hinweist und der in erster Linie eine Vorbildfunktion aufweist. Diesen Part sollten eigentlich die Eltern übernehmen.

Die meisten Kinder wissen z. B. gar nicht wie man Entscheidungen fällt. Trifft man eine Entscheidung, so sollte man sich immer über die Konsequenzen im klaren sein über Vorteile und Nachteile (soll ich regelmäßig zur Schule gehen oder nicht).

Meist fängt es im Kindesalter schon an, wenn die Mutter beispielsweise das Kind frägt, wann es die Hausaufgaben machen möchte, nachmittags oder abends. Ein Kind ist gar nicht fähig solche Dinge zu entscheiden, weil es auch gar nicht weiß, welche Vor- und Nachteile diese Entscheidung hat und außerdem braucht ein Kind gewisse Vorgaben, die die Eltern machen sollten. So wird diese Vorgabe zu einem täglichen Ritual das immer zur gleichen Zeit gemacht wird, das Kind hat dadurch einen klar strukturierten Ablauf bei den Hausaufgaben und eignet sich dadurch Gewissenhaftigkeit an.

Kinder, die sich selbst überlassen werden, denken ganz praktisch. Vormittags gehen sie in die Schule und Nachmittags wollen sie Freizeit haben. Die Hausaufgaben können später gemacht werden. Sie vergessen die Zeit und die Hausaufgaben werden immer auf „später“ verschoben. Machen sie sich dann an die Schularbeiten, so ist es irgendwann so spät, dass sie zu müde sind um sich zu konzentrieren, ihnen fallen weitere Dinge ein, was sie noch zu erledigen haben usw. . Womöglich kontrollieren die Eltern die Hausaufgaben erst gar nicht und am nächsten Tag in der Schule fehlt ihnen dann die Hälfte. So lernen die Kinder keine Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit. Sie schieben Dinge vor sich her und reden sich immer wieder ein „Das kann ich ja später noch machen“. Später im Berufsleben werden sie mit dieser Einstellung nicht weit kommen.

Dadurch, dass die ganze Entscheidungskraft von klein auf komplett bei den Kindern selber liegt, lassen sie sich in der Schule von der Lehrern auch nicht viel sagen. Mit Sätzen wie „Sie haben mir gar nichts zu sagen!“, „Den machen wir fertig!“ oder „Mir doch egal!“ muss man wirklich umgehen können. Ich persönlich würde kein Lehrer sein wollen! Wo ist denn hier der Respekt vor einer erwachsenen Person geblieben? Hinzu kommt, dass es nicht nur die Respektlosigkeit gegenüber Lehrern ist, sondern anderen Erwachsenen Personen gegenüber ist es nicht anders. Einige ältere Menschen haben sogar Angst vor den Kindern und Jugendlichen. Durch „coole“ bzw. verächtliche Sprüche gegenüber älteren Menschen wollen sie ihrer Clique imponieren. Bei der heutigen, allgemeinen Gewaltbereitschaft wird sich hier nicht mehr getraut, die Kindern und Jugendlichen zu mehr Respekt aufzufordern.
Mit der Höflichkeit ist es nicht anders. Bei manchen Kindern hat man den Eindruck, sie schämen sich dafür, wenn sie einmal „Bitte“ oder „Danke“ sagen müssen. Mittlerweile ist es nicht mehr normal, dass man um etwas bittet oder sich für etwas bedankt, weil alles als selbstverständlich angesehen wird. Läuft Ihnen die Nachbarin beim Einkaufen über den weg, wird so getan, als würde man sie nicht kennen, Hauptsache man muss nicht grüßen. Türen für nachfolgende Personen werden größtenteils nicht mehr aufgehalten und sobald jemand versucht mit den Kindern bzw. Jugendlichen zu reden, bekommt man unhöfliche, kurze Antworten, weil alle anderen einfach nur noch nervig sind.

Da fällt das Fazit nicht allzu schwer! Die Kinder früher waren eindeutig besser und höflicher erzogen, da Ihre Eltern strenger waren, sie viel arbeiten bzw. zu hause helfen mussten und sie dadurch ihre Aggressionen abbauen und ihre überschüssige Energie sinnvoll ausschöpfen konnten.

Schämen sich die Eltern solcher unhöflicher, respektloser, aggressiver Kinder nicht? Was tun, wenn das eigene Kind keinen Respekt vor den eigenen Eltern und vor allem anderen Personen gegenüber hat? Sollte man es auch für einige Wochen ans andere Ende der Welt zu den „strengsten Eltern der Welt“ schicken – genügend TV-Sendungen gibt es ja dafür? Oder schadet es vielleicht doch nicht, wenn das Kind ab und zu, sobald es wieder besonders frech war mal einen Klapps auf den Hintern bekommt? Wie war das bei Euch früher? Habt Ihr von Euren Eltern auch mal einen Klapps bekommen – hat´s geschadet oder gebt Ihr Euren Eltern teilweise auch recht?

Previous Post