Weihnachten in Italien

Die Kinder in Italien können sich glücklich schätzen, da sie in der Zeit vor Weihnachten und an Weihnachten viele Geschenke bekommen! Am 6. Dezember kommt in Italien „San Nicola“, der Nikolaus, und legt die Präsente vor die Schlafzimmertür der Kinder. San Nicola sieht aber nicht wie bei uns wie ein Bischof aus.

Flagge Italien

In Italien wird am 13.12. Santa Lucia gefeiert.

Die Lichterkönigin, die im Jahr 281 in Sizilien geboren wurde, vererbte ihr ganzes Hab und Gut den armen Leuten. Deshalb wird dies zu Ehren der Lichterkönigin noch heute mit einem Essen für bedürftige Menschen gefeiert. Das Gericht heißt Torrone dei poveri. Es werden hierzu Kichererbsen in Zucker zu einer festen Masse gekocht. Man stellte früher am Abend des 12. Dezembers eine Tasse Milch und etwas trockenes Brot für den Esel der Lichterkönigin raus. Die Kinder bekommen auch an diesem Tag kleine Geschenke.

In der Adventszeit wird auf Sizilien viel Karten gespielt. Es wird um Geld gespielt, damit man mehr Geld für die Weihnachtsgeschenke zur Verfügung hat. Ein sehr beliebtes Kartenspiel ist das Weihnachtspokern.

Da die Hirten früher sehr arm waren und kaum Geld hatten, spielten sie in der Zeit vor Weihnachten traditionelle Lieder und begleiteten dies mit Dudelsack und Hirtenflöte. Noch heute verkleiden sich die Kinder am 23.12. als Schäfer und gehen singend und von der Flöte begleitet von Haus zu Haus. Sie bekommen dafür meist etwas Geld oder Süßigkeiten.
Die Italiener dürfen einen Tag vor Weihnachten weder etwas essen noch trinken. Die Fastenzeit ist erst am 24.12. vorbei und es gibt einen großen Festschmaus.
Auf Sizilien hat die Krippe einen höheren Stellenwert als der Weihnachtsbaum. Deshalb streiten sich Jung und Alt oft darüber, was wichtiger ist. Die alten Leute sehen die Krippe als wichtiger an. Ein Großteil der Italiener haben Krippen, die fast so groß sind wie ein halbes Zimmer. Angeblich wurde die Krippe von Jesus vom Bethlehem nach Rom gebracht. Dort wurde eine Kirche gebaut, die Santa Maria Maggiore heißt. Auch die Kinder haben oft schon eigene Krippen. Sie tauschen Ihre Krippenfiguren untereinander, wie die Kinder bei uns Sticker tauschen. Die Figuren sind meistens selbst geschnitzt und liebevoll im Detail bearbeitet. Die Krippe hat in Italien Franz von Assisi eingeführt. Die Bewohner des Dorfes spielen oft Jesus, Maria und Hirten in Krippenspielen. Einen echten Ochsen und Esel, die in einer Höhle liegen, gibt es auch. Der aus Holz geschnitzte Jesus liegt in einer hölzernen Krippe mit Stroh.

Am 24.12. gibt es dann ein großes Festmahl, meist mit Fisch und Gemüse oder Truthahn. Abgerundet wird das Festmahl von dem Nachtisch Panettone, der eine berühmte Spezialität ist. Es handelt sich hierbei um einen Weihnachtskuchen bzw. ein süßes Weihnachtsbrot, das aus Eiern, Butter, Zucker und Sultaninen hergestellt wird. Außerdem wird zum Essen viel Wein gereicht. Der Weihnachtsbaum wird vor dem Essen aufgestellt und geschmückt. Die Geschenke werden manchmal auch schon darunter gelegt, ausgepackt werden diese aber erst am 25.12. In Italien ist Weihnachten eher wie bei uns Silvester, also heiter und fröhlich. Die Schicksalsurne ist ein alter italienischer Brauch der in manchen Familien noch heute zum Fest gehört. Jeder darf aus der Schicksalsurne ein kleines Geschenk ziehen. Nach dem Essen werden gerne zusammen Gesellschaftsspiele gemacht oder es wird eine Tombola veranstaltet. Die Mitternachtsmesse vom Papst im Petersdom in Rom spielt natürlich auch in Italien eine große Rolle, diese wird entweder direkt in Rom oder im Fernsehgerät angeschaut.

Der Dreikönigstag am 6.1. ist der Tag, an dem es die größeren Weihnachtsgeschenke gibt. Die Heiligen Drei Könige sind damals in Bethlehem angekommen um das kleine Jesuskindlein anzubeten und sie haben auch ihm Geschenke mitgebracht. Die Geschenke für die Kinder werden aber nicht von den Hl. 3 Königen sondern von der guten Hexe Befana gebracht. Es gibt in Italien nur die Hexe Befana und keinen Weihnachtsmann. An diesem Tag bekommen die bösen Kinder nur Kohle und Asche. Es werden von den Kindern ihre Strümpfe an den Kamin gehängt oder ihre Schuhe vor die Türe gestellt. Die Hexe kommt durch den Schornstein oder rutscht durch den Kamin um die Geschenke im Haus zu verteilen. Die Leute sind der Meinung, dass sie dies tut, weil sie in jedem Haus das Jesukind vermutet.

Buon Natale! Das ist Italienisch und heißt „Frohe Weihnachten“ :-).

Previous Post