Der Wunschzettel

Weihnachten rückt immer näher, nur noch vier Wochen und man sitzt wieder unter dem Weihnachtsbaum und freut sich sicher auf die Geschenke. Oft ist die Enttäuschung dann groß, wenn dort nicht das liegt, was man sich gewünscht hat. Aber woher soll denn das Christkind wissen, welche Geschenke es bringen soll, wenn man’s ihm nicht sagt. Also, rechtzeitig vor dem Fest einen Wunschzettel ans Christkind schreiben und so deponieren, dass es ihn leicht abholen kann. Aber ganz egal, wo dein Wunschzettel abgeholt wird, leserlich geschrieben sollte er schon sein.

Hello Kittie Wunschzettel

Das erste, was Ihr beachten solltet bei Eurem Wunschzettel ist, dass oft mehr besser ist, als zu wenig. Schreibt also alle Eure Wünsche auf, egal was es ist, das Christkind soll ja selber entscheiden können was es Euch schenkt. Ein Wunschzettel soll immer einzigartig und auf Dich zugeschnitten sein. Überlege Dir deshalb ein Motiv und eine Form und schneide Dir Deinen eigenen Wunschzettel zurecht. Male ihn aus oder gestalte ihn bunt. Umso schöner Dein Wunschzettel ist, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass Deine Wünsche in Erfüllung gehen. Schreibe nicht nur materielle Dinge auf Deinen Wunschzettel, sondern auch Dinge, die man mit Geld nicht kaufen kann wie z.B. Zeit mit der Familie verbringen (zusammen zum Spielplatz gehen, Spiele-Abende usw.). Schulkinder, welche bereits schreiben können, werden die Wünsche selbstverständlich so auf Papier bringen.

Bob der Baumeister Wunschzettel

Bei den kleineren Kindern ist das schon etwas schwieriger. Aber auch sie müssen nicht vor einem Blatt Papier verharren, sondern können den Wunschzettel tatkräftig mitgestalten. Wie? Na ganz einfach! In jedem Spielwarengeschäft und in größeren Warenhäusern liegen Spielzeugkataloge aus. Diese eignen sich hervorragend dazu, die gewünschten Spiele, Puppen, Spielküchen, Rennautos, Bücher usw. auszuschneiden und aufzukleben. Wer zum Ausschneiden noch zu klein ist, der darf natürlich das Papier auch herausreißen. Und wer in Spielzeugkatalogen nichts findet, der kann auch in den Werbeprospekten von verschiedenen Fachhändlern suchen. Hier kann man tolle Bilder von Schlitten, Ski, Schlittschuhen und Co. finden. Außerdem kann man in diversen Prospekten noch Süßigkeiten oder auch Kleidung finden. Kleinere Kids brauchen vielleicht hierzu noch die Unterstützung eines Erwachsenen. In manchen Kindergärten oder Grundschulen werden die Wunschzettel aber auch in einer gemeinsamen Aktion gestaltet. Sind alle Wünsche der Kinder aufgeschrieben und aufgeklebt, so muss der Wunschzettel noch mit Name und Anschrift versehen werden, sonst weiß das Christkind ja gar nicht, wo es all die schönen Dinge hinbringen soll! Dann legt ihr den Wunschzettel auf eine Fensterbank. Und über Nacht kommt dann das Christkind und holt den Wunschzettel ab. Morgens liegt dann meistens etwas Süßes dort und es ist eine Puderzuckerspur zu sehen. Ihr könnt Euren Wunschzettel aber auch direkt per Post an das Christkind schicken. Die Adressen findet Ihr im Internet. Nun könnt Ihr nur noch warten und hoffen, dass das Richtige unter dem Weihnachtsbaum liegt. Hier noch eine lustige Geschichte zum Thema Wunschzettel:

Sehr geehrtes Christkind, liebes Jesukindlein!

Mein Name ist Leon Müller und ich bin neun Jahre alt.

Ich bin mir nicht sicher, ob es Dich wirklich gibt. Falls ja, schreibe ich Dir jetzt diesen Wunschzettel. Falls nein, ist es sowieso egal und Du brauchst ihn gar nicht lesen.

Heute ist zwar erst der 5. Oktober, aber ich habe mir gedacht, ich schreib Dir jetzt schon, dann kannst Du die Sachen in Ruhe kaufen und brauchst Dich nicht so beeilen wie meine Mutter immer, wenn jemand zu Besuch kommt. Außerdem kriegst Du jetzt alles noch viel billiger, weil es ja jetzt noch im Angebot ist. Aber ich glaube, dass Du die Sachen sowieso nicht bezahlen musst, weil Du ja das Christkind bist. Oder klaust Du sie vielleicht in einem großen Geschäft, wo es nicht auffällt, wenn etwas fehlt? Wahrscheinlich nicht, weil sonst würde Dich Dein Papa, der wo der Chef im Himmel ist, nicht mehr hineinlassen.

Eigentlich ist mir egal, wo du die Sachen hernimmst. Hauptsache, ich kriege sie! Oma hat gesagt, die meisten Geschenke kriegt der, der das ganze Jahr schön brav der Mama folgt und immer das tut, was die Mama will. Ich hab gesagt: das ist der Papa. Da hat die Oma gelacht und gesagt, das gilt natürlich nur für Kinder und nicht für Erwachsene. Da war ich aber froh. Ich mag meinen Papa zwar sehr gern, aber dass er die meisten Geschenke kriegt, vergönne ich ihm nicht. Außerdem raucht er, wenn die Mama nicht daheim ist und als Belohnung, weil ich ihn nicht verrate, darf ich mir im Fernsehen einen abscheulichen Monsterfilm anschauen.

Von uns Kindern bin ich bestimmt der brävere, weil meine Schwester, die erst fünf Jahre alt ist, ist ein Teufel. Sie hat mir zum Beispiel im Sommer einen ganzen Schippel Haare ausgerissen – wegen nichts und wieder nichts. Nur weil ich ihrem blöden Hamster als sie nicht da war, einen Likör gegeben habe. Ich hab ihn dann in sein Laufrad gesetzt und zugeschaut, wie er läuft, dass war recht lustig. Nach einer Weile habe ich ihn aber total vergessen, weil mein Freund Sven gekommen ist und wir Lego gespielt haben. Eine Stunde später, als meine Schwester nach Hause kam, hatte sich das blöde Tier schon zu Tode gelaufen. Sie hat geschrieen wie am Spieß und gesagt, dass ich ein Mörder bin, derweil war es ja praktisch Selbstmord. Der Hamster hätte nur das Laufen aufhören müssen, aber er tat es nicht. Selber schuld. Und ein bisschen Likör kann doch einem Hamster nichts ausmachen. Ich hab ihn außerdem eh nicht leiden können, weil er immer recht gestunken hat. Meine Mama hat mich geschimpft und gesagt, ich bin und bleibe ein totaler Grobian.

Sie haben den Hamster dann im Garten neben dem Kompost beerdigt. Als Sarg haben sie eine Schuhschachtel hergenommen – aber ohne Schuhe. Zur Strafe musste ich einen Zettel schreiben. Den haben sie auf einem Holzstecken aufgespießt und neben das Grab gesteckt. Darauf musste ich schreiben:

Hier ruht mein Hamster Goldie,
erst lebte er, jetzt ist er hin.
Schuld an dem Verdruss
ist mein Bruder, die dumme Nuss.

Liebes Christkind da kannst du sehen, wie geschert meine Schwester ist. Sie hat dann zum Schluss noch ganz scheinheilig gesagt: „Herr, gib Goldie die ewige Ruhe.“ Ich hab aber genau gemerkt, dass sie mich meint, weil sie mich so angeschaut hat.

Ich bin dafür, dass du ihr heuer nichts bringst, höchstens eine leere Pralinenschachtel, wo ein Zettel drin liegt auf dem steht: „Wer seinem Bruder wegen nichts und wieder nichts einen Schippel Haare ausreißt, kriegt vom Christkind Nix!“ Dann hat sie den Mist. Damit es sich wieder ausgleicht, wünsche ich mir dafür heuer etwas mehr. Da ich in meiner Klasse der einzige bin, wo nur ein Fahrrad mit 3 Gängen hat, bräuchte ich unbedingt ein Fahrrad mit 21 Gängen. Mein altes Rad mit den 3 Gängen kannst Du dafür mitnehmen und einem armen Negerkind in Afrika bringen. Für ein solches sind 3 Gänge schon total super. Dann bräuchte ich bitte noch einen Extra-Fernseher für mein Zimmer, damit ich nicht immer den Quatsch anschauen muss, den meine Mama und mein Papa sehen wollen. Die schauen die ganze Zeit Talk-Shows und so Zeug an.

Weißt Du, Talk-Shows sind Sendungen, wo lauter komische Leute sitzen und über was reden, was keinen interessiert. Ich brauche außerdem noch einen Fußball, eine Bosch-Werkbank einen Raupenbagger und einen Fendt Traktor. Sonst fällt mir grad nichts mehr ein. Aber Du könntest mir eigentlich noch ungefähr 500 Euro in bar bringen, falls mir später doch noch was einfällt. Ich kaufe es mir dann selber und Du hast nicht soviel Arbeit mit mir. Vergiss aber bitte nichts, weil ich sonst enttäuscht bin. Und in der Zeitung, die meine Mama immer liest, steht drin, wenn ein Kind oft enttäuscht wird, wird es psychisch gestört und später eventuell richtig komisch.

Das willst du doch bestimmt nicht, oder?

Hochachtungsvoll Dein Leon

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