Wie entspannt sind unsere Kinder?

Kinder haben es gut. Zumindest sieht es so aus. Sie haben keinen Stress so wie wir Erwachsenen es manchmal haben. Doch näher betrachtet müssen wir uns fragen, führen unsere Kinder wirklich ein so entspanntes Leben wie es aussieht?

Für die ersten Lebensjahre vor der Einschulung mag das wohl richtig sein, dass die Kinder ausgeglichener durchs Leben gehen. Jedoch spätestens nach der Einschulung nimmt die psycho-physische Belastung stetig zu. Leistungs- und Notendruck dürfte eins der größten Stressfaktoren sein.

Zum Glück bleibt ja noch die Freizeit zum Erholen und Entspannen. Aber auch hier schlagen manche Eltern über die „Stränge“. Die meist gut gemeinten Bemühungen den Kindern möglichst viel Ablenkung und Vielfalt darzubieten und zu fördern, ziehen oft volle Terminkalender nach sich. Oder wie sieht es bei euren Kindern aus?

Diese frühkindliche Hektik und Unruhe, auch wenn wir Eltern das oftmals nicht so empfinden, stört die Balance von Anspannung und Entspannung, die für die Gesundheit unserer Kinder sehr wichtig ist. Wenn das Kind immer häufiger über Kopf- und Bauchschmerzen klagt oder schlecht einschlafen kann, dann wird es Zeit sich mal hinzusetzen und zu überlegen, ob das eigene Kind auch genug Entspannung erfährt. Denn solche Warnzeichen können darauf hindeuten, dass das Kind zu viele Termine hat und nicht zur Ruhe kommt.

Keine Angst. Es gibt auch hier genügend Stille-Übungen/-Methoden, um die innere Ruhe der Kinder wieder herzustellen. Bewährt haben sich insbesondere ausgedehnte Sparziergänge durch die Natur, den Wald. Neben den ausreichenden Bewegungsmöglichkeiten hält dieser nämlich auch vielfältige sinnliche Erfahrungen für die Kinder bereit, die für die harmonisch körperliche, geistige und seelische Entwicklung von großer Bedeutung ist.

Stille-Übung: Zeit erleben
Hilfsmittel: Wecker oder Eieruhr

  • Die Kinder verfolgen mit ihren Augen den Sekundenzeiger eine Minute lang.
  • Nun müssen die Kinder mit verschlossenen Augen versuchen eine Minute lang still zu sitzen (gelöste Sitzhaltung).
  • Wer glaubt, dass eine Minute um ist, öffnet die Augen. Bleibt aber dennoch ruhig sitzen.

Stille-Übung: Verklingender Ton
Hilfsmittel: Triangel/Gong oder ähnliches

  • Die Kinder bilden mit geschlossenen Augen einen Kreis.
  • Nun schlägt der Kursleiter einen schön lauten Ton auf der Triangel.
  • Wer glaubt, dass der Ton verklungen ist, hebt die Hand.
  • Die Augen bleiben geschlossen, solange bis der Kursleiter die Übung beendet.

Weitere Stille-Übungen findet ihr auf dieser Webseite. Wenn ihr selber noch welche kennt, dann lasst es uns doch wissen! :)

Kommentare

  1. Angelika sagt:

    Hallo, liebe Betti,
    Eure Stille-Übungen finde ich große Klasse! Ich denke, die machen alle Kinder gern mit. Da ich im Kindergarten arbeite, werde ich sie bei nächster Gelegenheit gleich mal ausprobieren. Es ist dringend notwendig, dass wir uns Gedanken machen, warum immer mehr Kinder so zappelig und unausgeglichen sind. Ich arbeite schon seit 37 Jahren in diesem Beruf und muss das leider zugeben. Für mich persönlich gilt in erster Linie, erst einmal selbst ruhig und ausgeglichen zu erscheinen. Es hat sich tatsächtlich bewährt! Besonders für einzelne Kinder ist wichtig, ihnen das Gefühl zu vermitteln: ich bin jetzt nur für dich da und hör dir zu. Und ich bin, wenn du mich später brauchst, ebenso für dich da. Du kannst mir vertrauen. Das mache ich sehr gern. Übrigens habe ich selbst auch 4 Kinder, die sehr gern nach Hause kommen.
    Herzliche Grüße von Angelika

    P.S.: Ich freue mich, dass Ihr eine solche Seite für junge Muttis eingerichtet habt

  2. Betti sagt:

    Danke, liebe Angelika, für Dein tolles Feedback! Es wäre spannend zu erfahren, wie die Übungen ankommen bei Deinen kleinen Hüpfern im KiGa! Falls Du also magst, schreib uns gerne nochmal, wie die Übungen angekommen sind, ob es welche gibt, die bei Deinen Kids besser funktioniert haben oder ob Du noch andere prima Vorschläge hast für die anderen Mamas und Papas hier. Wir sind gespannt.
    Und Du hast Recht: ein ruhiges Gegenüber vermittelt schon bereits eine nicht unerhebliche Portion Ruhe & Gelassenheit und kann diese schon mal weitergeben!
    Ganz lieben Gruss, Betti.

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