Mit Baby auf Reise gehen – worauf Du beim Impfschutz achten solltest

Hattest Du Dir überlegt mit Deinem Baby auf Reisen zu gehen diesen Sommer? Womöglich sogar auf eine Reise nach Lateinamerika, die lange geplant wurde, vielleicht schon weit bevor Euer Baby in Sicht war?
Wer die Möglichkeit und die Wahl hat, ist im ersten Lebensjahr des Kindes auf der sicheren Seite, wenn man innerhalb Deutschlands oder Nordeuropas bleibt. Aber vielleicht habt ihr Euch ja in den Kopf gesetzt, auch mit Baby etwas weiter weg zu fahren.

Dann seid ihr gut beraten, wenn ihr Euch mit einer nicht zu knappen Vorlaufzeit über Euer aller Impfschutz Gedanken macht. Nicht zu knapper Vorlaufzeit heißt in diesem Falle: 4-6 Wochen vor Reisebeginn oder sogar noch eher.
Folgende Sachen könnten bei der Impf-und Reisevorbereitung helfen:

  • Geh vorher zu Deinem Hausarzt oder aber suche Dir bei der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin einen Tropenmediziner in Deiner Nähe aus (Adressen findest Du auf http://dtg.org/) und lasse Dich ausführlich beraten. Nicht jeder Pädiater oder Hausarzt (und auch nicht jeder Reisebüro-Mitarbeiter) ist komplett mit den speziellen Impfanforderungen aller Länder möglicherweise vertraut, so dass eine zweite Meinung von einem Reisemediziner schon sehr sinnvoll ist.
  • Tropenreisen für unter 5-Jährige sind eher nicht zu empfehlen aus medizinischer Sicht.
  • Sollte allerdings ein Tropenaufenthalt unvermeidbar sein, dann können schon Babys eine Malaria-Prophylaxe bekommen durchaus, hier empfiehlt sich ebenfalls eine sorgfältige Beratung durch Fachpersonal im Vorfeld.
  • Alle für das Alter des Babys vorgeschriebenen üblichen Impfungen müssen auf jeden Fall ordnungsgemäß wahrgenommen worden sein und im Impfpass auch dokumentiert sein.
  • Bedenkt bitte: der Impfschutz tritt erst nach ca. 10 Tagen in Kraft, eine Impfung einen Tag vor der Abreise, weil es einem noch schnell einfällt, macht also wenig Sinn.
  • Bei Reisen in Mittelmeerländer sollte man auch unter Umständen vorsichtig sein: die Legionärskrankheit, eine Art von Lungenentzündung, ist beispielsweise auf den Balearen und in Spanien anzutreffen. Auf Malta und San Marino ist es die Brucellose (Malta-Fieber), so dass man dort zum Beispiel besser auf Rohmilchprodukte verzichtet, da diese die Bakterien enthalten können. Unter crm.de kann man eine Broschüre über „Infektionsrisiko Mittelmeerländer?“ herunterladen.
  • Je nach Urlaubsregion sind dann noch spezielle Impfungen nötig, wie etwa beispielsweise Impfungen gegen Hepatitis A/B, Tollwut (Asien), Gelbfieberimpfungen (einige Länder Lateinamerikas)
  • Schwangere sollten sich eh überlegen, ob man nicht der Einfachheit halber eher nicht allzu weit weg fährt und wenn doch, sind Impfungen ohne Lebendimpfstoffe in der Regel als ungefährlich für Mutter und Kind einzustufen. Aber auch hier gilt: erkundige Dich in jedem Falle bei einem Fachmediziner vorher.
  • Ansonsten sollte man vorsichtshalber Wasser immer abkochen, bevor man es verwendet in fremden Ländern.
  • Und nicht vergessen: auch die Erwachsenen brauchen Impfschutz ;-). Kontrolliere also auch bei Dir selber wann z.B. Deine letzte Tetanus-Impfung war.