Fehlgeburt – wie lange sollte die Wartezeit sein?

Eine Fehlgeburt ist eine tragische Angelegenheit, die ich keinem wünsche. Und doch kann man so viele Vorkehrungen und Ratschläge beachten, vor und während der Schwangerschaft, und trotzdem nicht davon ausgehen, dass man vor einer Fehlgeburt gefeit ist.

Schmerz und Trauer nach einer Fehlgeburt sind natürlich groß und belastend, sowohl für die werdende Mutter als auch den Partner. Schließlich ist der Traum einer Kleinfamilie erst einmal zerplatzt.

Werde ich überhaupt wieder einen Versuch starten eine Familie zu gründen? Stehe ich eine zweite Schwangerschaft überhaupt durch? Wenn ja, ab wann kann ich einen erneuten Versuch schwanger zu werden starten? Wie kommt mein Partner mit der ganzen Situation klar? Fragen die sich Frauen mit einer Fehlgeburt sicherlich schon gestellt haben, oder?

Im Allgemeinen gehen die Meinungen über das Risiko einer zweiten Schwangerschaft unmittelbar nach einer Fehlgeburt auseinander. Einer kürzlich veröffentlichten Studie zufolge wird die These, eine Mindestwartezeit von sechs Monaten zwischen einer Fehlgeburt und einer neuen Schwangerschaft (Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation), nur unterstützt.

Zwar halten die Wissenschaftler der Studie grundsätzlich fest, dass eine erste Fehlgeburt das Risiko für eine zweite Schwangerschaft erhöht. Jedoch ist die maximale Frist von sechs Monaten bis zur erneuten Empfängnis günstiger für den Verlauf der erneuten Schwangerschaft, wie die vorliegende Datenanalyse zeigt. Außerdem traten in der Frauen-Testgruppe Kaiserschnitte, Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht seltner auf.

Ganz anders sieht es natürlich bei älteren Frauen, über 35 Jahre, aus. Die Wahrscheinlichkeit für Schwangerschaftskomplikationen und –abbrüche steigt nämlich mit zunehmendem Alter und kann durch jede Verzögerung auch ein höheres Risiko bedeuten. Wohingegen die Ergebnisse dieser Studie in Dritte-Welt-Ländern vermutlich ganz anders aussehen werden, als in den westlichen Ländern, bei methodengleicher Untersuchung.