Rauchen in der Schwangerschaft – immer noch ein Thema

Im Internet sind gerade rund um den Weltnichtrauchertag (31.05.) immer wieder eindringliche Artikel zu lesen über die Notwendigkeit einer besseren Aufklärung von Schwangeren hinsichtlich Raucher-Entwöhnung in der Schwangerschaft.


Rauchen in der SchwangerschaftTatsache ist, dass bei Frauen die Raucherquote weiterhin bei knapp 20 Prozent liegt, wohingegen bei Männern die Quote in den letzten zehn Jahren von 32 auf 27 Prozent gesunken ist.
In Deutschland rauchen ca. 30 Prozent der Schwangeren zu Beginn der Schwangerschaft; man kann diese Zahl nur schätzen. Die Hälfte der Raucherinnen schafft es dann während der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören; allerdings sind ein Fünftel der Frauen nicht widerstandsfähig genug, der Sucht nach Nikotin zu entkommen. 70 Prozent ungefähr fangen im ersten Jahr nach der Geburt wieder an zu rauchen. Und bereits vor einer Schwangerschaft sind die negativen Folgen von Rauchen nicht unerheblich:

  • Erhöhtes Osteoporose-Risiko
  • In Kombination mit der Pille stellt Rauchen ein erheblich höheres Venenthrombose-Risiko dar
  • Die Fruchtbarkeit ist bei Raucherinnen herabgesetzt
  • Das Risiko von möglichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Krebserkrankungen ist deutlich höher als bei Nichtraucherinnen.
  • Wenn es dann der Frau nicht wirklich möglich ist, während der Schwangerschaft komplett auf Zigarettenkonsum zu verzichten, gefährdet sie zusätzlich ihr ungeborenes Kind, welches den Folgen des Passivrauchens schutzlos ausgeliefert ist:
  • Es besteht ein erhöhtes Risiko von Frühgeburten
  • Ein niedrigeres Geburtsgewicht und eine schlechtere Entwicklung der Atemwege können bei Babys von Raucherinnen auftreten.
  • Das Risiko des plötzlichen Säuglingstodes steigt bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft geraucht haben, um ungefähr das 8 bis 16fache an.
  • Tabakrauch führt bei Ungeborenen häufiger zu Fehlbildungen und Wachstumsstörungen
  • Zellschäden durch die Giftstoffaufnahme der gerauchten Zigaretten: es entstehen über 4800 chemische Stoffe beim Verbrennen einer Zigarette. Kohlenmonoxid und andere Schadstoffe des Tabakrauches gelangen durch die Plazenta in den Blutkreislauf des Ungeborenen. Das Kohlenmonoxid blockiert zudem den Sauerstofftransport im Blut.
  • Es entstehen sogar „Entzugserscheinungen“ nach der Geburt, wenn das Kind im Mutterleib einer Raucherin mitrauchen „mußte“.

Daher ist es sehr ratsam, werdende Mütter nicht nur auf die Gefahren des Rauchens während der Schwangerschaft hinzuweisen, sondern auch aktive Hilfeangebote zur Tabakentwöhnung der Schwangeren an die Hand zu geben.

In Berlin startete anlässlich des Weltnichtrauchertages 2010 die Informationskampagne „Berlin qualmfrei“, in welcher Infopakete an Kinder- und Frauenärzte, Hebammen, Schwangerschaftsberatungsstellen sowie Kinder-Jugendgesundheitsdienste verteilt werden, um so rechtzeitig Schwangere und zukünftige Mütter & Väter anzusprechen und zu einem Rauchstopp möglichst früh zu bewegen.